Gerben am Eckholz
Waldläuferkinder erleben den Gerbprozess vom Tierfell zum Leder
„Wie und woraus wird eigentlich Leder hergestellt?“ . Dieser Frage sind unsere Dachse nachgegangen und es war schnell klar, dass Leder aus Tierhaut gemacht wird. Wie die aufwändige Verarbeitung vom Tierfell zur Rohhaut erfolgt, konnten die Waldläuferkinder am Eckholz anschaulich miterleben.
Dazu hat Judith das Fell einer Gämse mitgenommen, welches von ihr bereits enthaart und von Schmutz, Fleisch- und Fettresten gereinigt war. Besonders eindrucksvoll und bestimmt unvergesslich für die Kinder war die spezielle Duftnote, die das Fell mitbrachte! Manche unserer Waldläuferkinder fanden den Gestank schier unerträglich. Fliegen und Hunde hingegen lieben diesen außergewöhnlichen Geruch!
Mit Handschuhen haben wir das „stinkende Ungetüm“ gewaschen und ein paar Mutige haben tüchtig Hand angelegt. Anschließend wurde die Haut in einen Holzrahmen zum Trocknen aufgespannt – was bei den spätsommerlichen Temperaturen der Sonne relativ rasch erfolgte. Im trockenen Zustand ist die Haut deutlich angenehmer zu riechen und ganz hart. Unsere Vorfahren haben aus dieser Rohhaut z.B. stabile Schnüre, Trommeln, Behälter und weitere Gebrauchsgegenstände hergestellt.
Für die Weiterverarbeitung zum weichen Leder müssen weitere Hautschichten abgeschabt werden, damit beim eigentlichen Gerbprozess der Gerbstoff gut in die Hautfasern eindringen kann. Es gibt viele verschiedene Arten des Gerbens mit unterschiedlichen Gerbstoffen. Die älteste und natürlichste Methode des Nassgerbens ist die Hirngerbung.
Heißt das, wir brauchen ein Hirn? Und wenn ja – welches? Vom wem? Wie? Was? Pfui! Nein!!
Oder belassen wir es doch lieber bei der Rohhaut? Na, das kann auch noch warten.
Ist einmal die Haut sauber aufgespannt, dann ist sie lange haltbar. Mal sehen, was sich daraus noch entwickelt …














