Nachts an der Ybbs mit den Dachsen
Am letzten Freitag machten sich 13 Waldläuferkinder und –jugendliche auf Richtung Opponitz zu einer gemeinsamen Übernachtung an der Ybbs. Eigentlich waren wir alle eingestellt auf Sommer, Badewetter, Sternenhimmel und Mondnacht. So hat es nicht sein wollen und dennoch blicken wir auf eine sehr schöne, abenteuerliche gemeinsame Zeit zurück:
Gleich zu Beginn erfuhren wir, wie wichtig es ist, zuerst an einen guten, regendichten Unterschlupf zu denken. Unser Tarp war gerade aufgebaut, da war auch schon ein lokales Gewitter mit Regenschauer im Anmarsch. Das Zelt hielt dicht und nach einer Stunde war auch wieder ein Stück blauer Himmel zu sehen. Die Sonne zeigte sich noch, sodass wir der nassen Verlockung der Ybbs nicht standhalten konnten und vor allem wollten. Bei wirklich erfrischender Wassertemperatur schwammen wir in den Strömungen des Flusses. Vom gegenüberliegenden Ufer wurde Feuerholz und Zunder transportiert. Das Holz wurde gehackt, gesägt und getrocknet. Viele waren mit Begeisterung bei der Sache und gemeinsam hatten wir jede Menge Spaß.
Am frühen Abend ging es dann ans Feuer machen und kochen. Dies zeigte sich als Herausforderung, allein dadurch, dass das gesamte Holz vom Regen nass war; auch die hohe Luftfeuchtigkeit war fürs Feuermachen eine zusätzliche Schwierigkeit. Schließlich gelang es nach einigen Versuchen auf traditionelle Art und Weise mit dem Feuerbohrer ein Feuer zu entzünden.
Beim gemeinsamen Kochen, Essen und Witze erzählen brach auch schon langsam die Nacht herein und es galt, einen Schlafplatz zu errichten. Manche Kinder arbeiteten mit viel Ausdauer an ihrer Unterkunft, während andere wiederum nur ein Notlager errichteten. Das Vorhaben von einigen älteren Waldläufern war, die Nacht am Feuer durchzuwachen- was Einigen auch gelungen ist. Bis tief in die Nacht, bis zum Aufgang des zunehmenden Mondes, weiter bis zum Untergang des Mondes und in den nächsten Morgen, zur Morgendämmerung bis zum ersten Vogelgesang hin wurde das beliebte Spiel „Palermo“ gespielt, gequatscht, gelacht, gewartet … beinahe oder nur für kurze Zeit des Schlafens.
Am frühen Morgen wurde das Feuer geschürt und frisch gebackenes Stockbrot gab es bereits gegen sechs Uhr früh!
Nach dem Frühstück wäre der Eine oder Andere liebend gerne ins warme, kuschelige Bett geschlüpft! Stattdessen machten wir eine erfrischende, belebende Kneippwanderung ybbsaufwärts, streunten in der Gegend herum, entdeckten „unglaublich schöne Wiesen“ und wurden wieder nass; diesen Umstand nutzten die Abgehärteten unter uns zum erneuten Baden in der Ybbs.
Abschließend sei gesagt, dass wir uns auch vom Wetter kein Schnippchen schlagen ließen und wir unsere Komfort-Wohlfühlzone deutlich erweitert haben! Nebenbei haben wir viel gelernt - Spaß, Abenteuer und Spannung der ganz besonderen Art gemeinsam erlebt.
Und – für die Insider - nicht zu vergessen: Das eigentliche Training am Wochenende war das „Scouten von bestimmten Vorlieben“! Hierbei sind wir uns einig, braucht es noch Spezialtrainings in der näheren Zukunft: Der Kaffee war einfach nicht zu trinken!

















