Laubhüttenbau

Ende November fand unter der  Leitung von Christian Prager der Bau einer  Laubhütte statt. Zuerst galt es einen passenden Platz für die Errichtung dieser Notunterkunft zu finden. Bei  fachgerechter Konstruktion bietet die Laubhütte  Schutz vor Kälte/Hitze, Wind und Nässe und würde somit ein Übernachten im Wald selbst bei winterlichen Temperaturen ermöglichen. Christian Prager konnte nach ausführlicher Recherche einen geeigneten Platz in Atschreith nahe dem Holzerbauernkreuz finden und Ende November starteten wir mit dem Bau des Biwaks.

Bei Nebelwetter arbeiteten wir nahezu einen ganzen Tag, viele fleißige Hände halfen mit beim Sammeln von Baumrinden, Stöcken, Ästen und Buchenlaub. Die Konstruktion muss stabil und vor allem wasserundurchlässig sein! Das Grundgerüst der Notunterkunft wird mit ca. einer 1 m dicken Isolierschicht aus Blättern abgedeckt. Zwischen den Blättern befindet sich der Isolator – die unbewegte Luft, die dann je nach Bedarf – Kälte und Wind abhält oder auch gegen extreme Hitze schützt. Das Verweilen in der „körperangepassten“ Unterkunft ist durchaus eine Herausforderung für Körper und Geist (gute Mentalübung) - abgesehen von kleinen tierischen Gästen, wie Käfern oder Spinnen. In der Laubhütte ist es, wie man sich vorstellen kann, sehr eng (das Blätterwerk soll ja den Schlafsack ersetzen) und auch dunkel. Auch der Eingang muss gut abgedichtet sein, ansonsten geht die Isolationswirkung schnell verloren.

Letztendlich lässt sich das Ergebnis sehen – wenngleich eine Fortsetzung der Bauarbeiten im Frühjahr folgt, um der Laubhütte den letzten Schliff zu geben. Wer wohl als Erster darin übernachten wird?

____________________________

Biwakbau in Atschreith

(v. Christian Prager)

Auch dieses Jahr brachte der Herbst wieder viel Laub in die Wälder Waidhofens.
Diese Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen um mit einem Projekt zu starten.
Wir bekamen die Erlaubnis der Bundesforste ein Biwak (eine einfache Laubunterkunft) zu bauen. Wir - das waren Uli, Judith, Stefan, Lukas, Paul, Jasmin und ich (Christian).

Ein geeigneter Standort für die Notunterkunft wurde im Vorfeld mit dem zuständigen Mitarbeiter der Bundesforste abgeklärt. Somit mussten wir lediglich nur mehr Probeliegen um zu sehen ob es sich auch gut am Boden schläft und der Platz nicht unerwünschte Überraschungen (wie z.B. morsche Äste von oben, Wasser von unten, …) für uns bereithält. Nach dem Abmessen der richtigen Größe und Höhe des Biwaks konnte der Bau beginnen. Wir legten das Biwak auf meine Größe aus. Es darf nicht zu groß sein da es sonst kalt drinnen ist, denn die einzige Heizung die man hat ist die eigene Körperwärme.

Die Kinder waren mit Begeisterung dabei Stöcke und Rinde von umgefallenen Bäumen zu holen. Paul und Lukas lehnten die Stöcke in geeigneter Länge gegen den First und sammelten fleißig Laub. Am Fußende legten wir einen großen Stein damit die Füße auch schön Platz hatten. Als Unterboden fürs Biwak legten wir große Rindenstücke die teilweise bereits so im Wald zu finden waren. So lässt es sich bequem am Boden liegen – die Rinde isoliert gegen Kälte und Bodenfeuchtigkeit. Anschließend wurden weitere Stöcke an den First des Biwaks gelehnt und Judith begann gleich mit Laub das Grundgerüst bei den Fußenden beginnend auszustopfen da man jetzt noch leichter dazukommt.

Als das Grundgerüst stand, haben wir Rinde darauf gelegt, nach dem Prinzip eines Daches. Hier erwies sich Stefan als sehr praktisch da er sich von Berufswegen her damit auskannte. Jasmin und Uli sammelten bereits Moos für den Eingangsbereich. Wir anderen schütteten richtige Massen an Laub über das Biwak. Laub ist deswegen sehr gutes Baumaterial, da es viele kleine Hohlräume zwischen den einzelnen Blättern erzeugt. Dazwischen sammelt sich dann unbewegte Luft die sehr gut isoliert und das Biwak gegen Kälte schützt. So schichteten wir in Armeslänge Laub über das Grundgerüst.

Jetzt konnten wir mit dem Eingangsbereich starten. Dieser sollte nur so groß sein, dass man gerade noch reinkriechen kann, denn über den Eingangsbereich verliert man die meiste Wärme. Dazu haben wir seitlich zwischen Rinde und Laub Stöcke reingeschoben die wir abstützten. Dagegen lehnten wir wieder Stöcke. Im Kopfbereich kam das Moos das gegen etwaige eindringende Nässe von oben wie ein Schwamm funktioniert. Anschließend wieder Rinde und viel, viel Laub.
Da der Tag schon etwas fortgeschritten war, entschieden wir uns für die schnelle Variante einer Türe. Dazu benutzten wir einen alten Pullover den wir mit Laub voll stopften, die Arme zusammenbanden und in so vor den Eingangsbereich stellten. Jetzt konnte dem ersten Probeliegen nichts mehr im Wege stehen. Beinahe jeder kroch einmal ins Biwak hinein um den „Komfort“ zu testen. Von Innen konnte dann der Eingang „zugezogen“ werden. Dann war es richtig dunkel und sehr eng da drinnen.

Wir kamen zu dem Entschluss, dass unsere Laubhütte von der Größe gut bemessen war und es schlussendlich -  wenn sie dann drinnen noch mehr mit Laub ausgestopft ist - relativ warm (weil dicht und gut isoliert) drinnen sein sollte.

Wissen werden wir es aber definitiv erst nach der ersten darin verbrachten Nacht! Wenn das Biwak den Winter übersteht werden wir es im nächsten Jahr weiterbauen. Wer weiß, was sich daraus noch ergibt?

Zurück